Photographie im Netz #2

Die interessantesten Beiträge der letzten Woche, so richtig viel los war nicht.

  • Boris Burow beschreibt auf Basic thinking die Entscheidung eines schwedischen Gerichts zum Thema Panoramafreiheit. Ich hatte eigentlich gedacht, das Thema sei durch, aber Pustekuchen.
    Felix Meyer, ein Magdeburger Photograph, hat einige Photos aus Amrum in sein Portfolio eingestellt.
  • Auf Blende 8 gibt es jetzt ein Video zum Thema „Mit Available Light ein Stillleben inszenieren„. Thomas Kuhn Anleitungen sind immer recht gut nachzuvollziehen und lohnen sich!
  • Bei COOPH werden Arbeiten von Jason Peterson vorgestellt, er photographiert Schwarz-Weiß. Mir gefallen seine Aufnahmen.

Ansonsten sind diese Woche meine Aufnahmen aus München gekommen. Sie müssen jetzt noch gerahmt werden und dann fehlt noch ein gutes Plätzchen.

Blogo (und andere App-Entwickler) nerven

Zur Zeit greift eine echte Unsitte um sich: Programmierer, die auf Kosten ihrer Kunden noch mehr Geld verdienen wollen. Vorweg: Jeder, der eine ordentliche App programmiert, verdient ein ordentliches Auskommen, meinetwegen darf er damit auch gerne reich werden. Dass man seine Arbeit nicht verschenkt, ist selbstverständlich. Auf meinem Rechner laufen ausnahmslos gekaufte Programme, die zum Teil auch recht teuer waren (Omnifocus…).
Was ich aber gar nicht abhaben kann, ist folgendes Verhalten:
Vor einigen Jahren habe ich Blogo erworben. Kostete damals 13,99€. Blogo ist liefert eine Schnittstelle zu Blogs, die man mit WordPress betreibt. Für Windowsuser: Funktioniert so ähnlich wie Live Writer. Ich beliefere damit die Schulhomepage, meine Klassenweblogs usw. In Version 2 konnte ich mehrere Blogs verwalten, veröffentlichen, Entwürfe speichern und sogar Kommentare administrieren.
Heute habe ich dann offenbar den entscheidenden Fehler gemacht: Mir wurde ein Update angeboten und ich habe nicht bemerkt, dass hier ein Versionssprung von 2 auf 3 heruntergeladen wird. Ergebnis: Ich kann Blogo starten, aber nicht damit arbeiten, weil jetzt ein Account verlangt wird, den man sich entweder bei Blogo direkt oder bei Facebook / Google anlegen kann. Begründet wird das so: „By creating a Blogo account all your content will be automatically synced between your Apple devices (Mac, iPad, and iPhone). Also it’s always good to remind you that Blogo saves everything locally so you don’t have to worry about that.“ (nachzulesen hier). Das ist natürlich ausgewachsener Blödsinn. Für die Synchronisierung braucht man gar nichts, die Daten liegen auf meinem Server, blogo bedient lediglich eine Schnittstelle. Auf der gleichen Seite beschreibt der Hersteller, dass es in Zukunft eine „Pro-Version“ gibt, die monatlich $9,90 kosten soll. Das Modell sieht dann so aus: Blogo kostet jetzt gar nichts mehr, dafür gibt es eine rudimentäre Software, die allerdings ohne Account nicht läuft. Wer mehr will, zahlt: „We’ll be offering Blogo completely free, and will charge a pro subscription for access to advanced features. Pro features include multiple blog management, Evernote integration, comment management, custom fields and social mirror.“ Für $9,90 bekomme ich also „Multiple Blog Management“ – das hatte ich in Version 2 auch schon. Genauso wie „Comment management“. Ich zahle also in Zukunft für etwas, was ich vorher bereits hatte, jetzt aber nicht mehr verwenden kann, wenn ich mir keinen Account zulegen will. Und das will ich bestimmt nicht. „Entwurf“ bedeutet „nicht druckreif“ und diese Gedanken vertraue ich auf keinem Fall blogo und schon gar nicht Facebook oder google an.

Der ganze Fall erinnert mich an Textexpander, hier schlagen sie einen ähnlichen Weg ein und die Firma hat dafür reichlich Prügel einstecken müssen. Dayone hat in seiner neuen Version des Tagebuchs die Synchronisierung über eigene Server abgeschaltet und lässt nur noch einen Abgleich über firmeneigene Server zu. Irgendwie drehen gerade alle am Rad.

Ich bin gerne bereit, für eine neue Version Geld auszugeben. Aber: Die alte Version faktisch unbrauchbar zu machen und die neue Version mit vielen Features der alten als Neuerung zu verkaufen, dafür fällt mir im Prinzip nichts ein. Doch, eigentlich schon, aber … hier lesen Schüler mit!

BTW: Weiß jemand, wie ich wieder auf Version 2 downgraden kann?

Photographie im Netz #1

In der letzten Woche haben mich diese Artikel zum Thema Photographie besonders angesprochen:

  • Bei gwegner gab es Folge 8 der Reihe „Diana lernt Fotografieren“ zum Thema „Blaue Stunde und Nachtfotografie“. Ein Bereich, den ich persönlich sehr spannend finde. Im Januar hatte ich eigene Versuche in der Münchener U-Bahn gemacht. Vier Photos sind recht gut gelungen. Wenn ihr den Artikel lest, sollte euch der „M-Modus“ eurer Kamera und auch das Histogramm nicht unbekannt sein.
  • Der Rheinwerk-Verlag hat letzte Woche Folge 161 seines Foto-Podcasts „Blende 8“ veröffentlicht. Thema ist „Schärfentiefe“. Thomas Kuhn führt in bewährter Weise durch die Folge und erklärt Dinge wie Zerstreuungskreis, Bildebene und viele mehr. Blende 8 gehört seit einigen Jahren zu den Podcasts, die ich wirklich regelmäßig sehe, die Tipps sind von Moderator zu Moderator unterschiedlich gut, Thomas Kuhn gehört sicher zu den besten.
  • Ein anderer Podcast (allerdings in Englisch), den ich immer wieder gerne sehe ist „Professional Photography Tips“ von Joshua Cripps. In seiner neusten Folge zeigt er, wie er Landschaftsphotos in Lightroom nachbearbeitet.
  • Sandra Luoni zeigt auf „DIY Photography“, wie man sich aus Strohhalmen einen Gitteraufsatz für ein Blitzgerät baut.
  • Seit kurzem bietet google die Nik Plugin-Collection für Photoshop und Lightroom zum kostenlosen Download an (hier der Download bei google für OS X und Windows). Eine kurze Einführung in den Gebrauch der Plugins liefert der YouTube-Kanal von „Photos in Color“. Ich verlinke hier einmal die Einführung und die Installationsanweisung, die restlichen Folgen zu allen sieben Plugins könnt ihr in der Seitenleiste aufrufen.
  • Ein wirklich schönes Photo hat diese Woche auch „Dailyoverview“ im Angebot. Es zeigt eine Autobahnkreuzung in Doha.
  • Nicht im Netz, aber besonders schön, war am Freitag die Eröffnung der Ausstellung „Zen-Fotografie, das eine ohne das Andere…“ in der Vinothek Taubenmühle in Bad Neustadt. Dagmar Derbort stellt hier bis zum 03.07.2016 Bilder und Drucke aus. Wer sich vorher informieren will (oder einfach zu weit weg wohnt), der kann sich auf der Website der Photographin einen Überblick verschaffen. Die Bilder rund um das Thema „Wasser“ sind übrigens nicht nachbearbeitet! Den Link zum Bericht der örtlichen Presse stelle ich hier ein, sobald der Artikel im Netz erschienen ist. Hier geht es zur Berichterstattung.

Erste Woche Schule nach dem Sabbatical

Ich bin wieder da. Ein Jahr waren wir unterwegs – nicht immer, aber viel. In Neuseeland hat es uns besonders gut gefallen. Natur und Menschen sind dort wirklich einzigartig, wir kommen bestimmt wieder. Mittlerweile habe ich meine Reiseberichte hier im Blog freigeschaltet, wer also mag, kann unsere Reise ein wenig nachvollziehen. Geschrieben hatte ich das für Eltern, Geschwister und Freunde.
Seit Montag bin ich also wieder ganz regulär im Schuldienst und was soll ich sagen, die Realität hat mich schneller eingeholt als ich gehofft hatte.
Eine siebte, eine achte und eine elfte Klasse in Deutsch, wenig Geschichte, drei Stunden Ethik und Projektarbeit stehen auf meinem Stundenplan. Kein Sozialkunde. In den beiden kleinen Deutschklassen gibt es einen neuen Lehrplan, das ist für mich alles noch ein wenig unübersichtlich. Klassenleiter der 8b bin ich auch, meine Laptopklasse. Die erste Woche haben wir gebraucht, um alle Schüler ins Netz zu bekommen und unser gemeinsames Netzlaufwerk zu verbinden (ich nenne es „Dirk“, das macht es für die Schüler leichter). Diese Stunden haben mich gleich wieder auf den Boden geholt. Es fehlen Kabel, Dirk weigert sich, einen Schüler zu erkennen, eine Schülerin hat einen Laptop ohne Netzwerkanschluss.
Die Klasse an sich macht einen recht netten Eindruck, sie ist aus unseren zwei Siebten vom Vorjahr zusammengesetzt. Es gibt auch zwei Quereinsteiger von der Realschule. Mal sehen, wie sich das einspielt, ich bin ganz optimistisch. Nächste Woche gibt es dann gleich den Klassenelternabend.
Ansonsten ist in meiner Schule vieles gleich geblieben, bei manchen Dingen bin ich froh, bei anderen nicht. Wir haben ein neues Lehrerzimmer, das ich als recht eng empfinde. Dafür gibt es jetzt einen Arbeitsraum mit Pcs und der Möglichkeit, eigene Rechner mitzubringen. Hier wird sich erst noch zeigen, ob das funktioniert.
Aus Datenschutzgünden muss unser Lehrerzimmer jetzt immer verschlossen sein, es gibt an der Tür nur noch einen Knauf und keinen Drücker mehr, so dass jeder seinen Schlüssel braucht. Das ist wenig praktikabel und führte schon zu einem Keil und einer Kiste als Türstopper und der Idee, einen Gummi um die Garnitur zu wickeln. Die Vorschrift ist also völlig kontraproduktiv. Die Tür steht jetzt (aus Datenschutzgründen) auf, während sie früher wenigstens geschlossen (aber nicht verschlossen) war. Dass uns die NSA ausspioniert ist dagegen offenbar völlig legal.

Boston 

Boston ist im Vergleich zu New York eine beschauliche Kleinstadt – ok, ein paar hunderttausend Einwohner, aber die machen kaum Lärm. Der Verkehr ist allerdings gleich – und doch ganz anders. Gleich ist, dass sie in beiden Städten wie die Henker fahren, in New York merkt man das aber nicht, weil die Straßen so verstopft sind, dass der Verkehr kaum fließt. Im Prinzip kann man überall gefahrlos über die Straße gehen. Das kann man hier nicht. Weil es keine Verstopfung gibt, sind alle sehr flott unterwegs, man nimmt besser die offiziellen Wege.Wir haben heute die Subway genommen, die Wagen sind – um es freundlich zu beschreiben – etwas in die Jahre gekommen, ich denke sie kommen aus den Sechzigern. Unser Ziel war das New England Aquarium, eine Art Wasserzoo. Karten gekauft und dann… nicht reingegangen. Ging zeitlich nicht, wir hatten nämlich Kombikarten: Eintritt und Whalewatching. Die Tour begann um 12.00 und deshalb musste das Aquarium warten (machen wir am Samstag, da soll es regnen).

Dann habe ich einen Fehler gemacht. Wir hatten Hunger und sind in einem Imbiss aufgeschlagen. Heute habe ich gelernt, was schlechtes Essen ist, obwohl, Essen darf man das nicht nennen. Dafür ist die Avocado nicht gestorben. Es war furchtbar.

Das kann man dann von unserer Bootsfahrt nicht sagen, die war toll. Wale gesehen, einen ziemlich großen (vegetarischen!) Hai und einen Haufen ausflippender Asiaten. Jetzt haben wir in den vergangenen Monaten fast alles, was sich im Meer bewegt, gesehen. Seals, Wale, Pinguine, Schildkröten (aber nur im Zoo). Morgen gehen wir Fisch essen.