Schon wieder satt…

… Aber diesesmal anders. Geschichtlich gesättigt sozusagen. Heute haben wir es uns nochmal richtig gegeben. Erst ein Besuch in der Kongressbibliothek, der größten Bücherei der Welt. War ein wenig überlaufen, der Blick in den Lesesaal sehr kurz. Dafür durften wir eine echte Guttenberg-Bibel ansehen. Naja, ob sie wirklich echt war, kann ich nicht sagen, aber toll war’s schon.Im Zwischenteil des Besuchsprogramm gab es dann die Unabhängigkeitserklärung und die amerikanische Verfassung im Nationalarchiv. Auch hier war viel los. An beiden Orten ein wenig enttäuschend: Nicolas Cage war nicht da.

Weil ich gerade bei Enttäuschung bin: Die Pandas im National Zoo waren auch nicht da. Der Zoo ansich ist schön angelegt, die Elefanten und die Affen haben einen Haufen Platz, aber die Pandas waren nicht da. Dafür durften wir einem Tiger bei der Vogeljagd (er hat ihn nicht erwischt) und eine Löwin bei der Entenjagd (auch kein Erfolg) zusehen. Für Show war also gesorgt. Der Zoo gehört zur Smithsonian-Stiftung, der Eintritt war also frei.

Abends dann noch ein kleiner Spaziergang zum Cupcakeessen. Fiese kleine Kuchen mit einem leckeren Topping (so heißt das hier, gemeint ist eine Haube aus Creme mit unterschiedlichen Geschmäckern.) Auf dem Rückweg dann ein schönes Bild, so wie man sich die amerikanische Landeshauptstadt halt so vorstellt.

  PS Das ist der Stadtteil Georgetown, hier wohnen die, die es sich leisten können. Krass, oder? 

Ich glaube, sie war echt…

Mein kleiner Ausflug in die amerikanische Welt des guten Essens endete gestern nicht wirklich mit dem Nachttisch, sondern damit, dass Simone einen der Kellner im Restaurant erkannte und wir einen saftigen Abschlag  auf die Rechnung bekamen. Und: einen kompletten Apfelkuchen in der Geschenkbox. Das heutige Frühstück war also gerettet, immer nur Reispops, davon wird man ja auch nicht satt.Entsprechend gut gelaunt sind wir dann auf der Dachterasse des Kennedy-Centers gelandet, von der aus man einen schönen Rundblick auf die Stadt hat. Für dem Mittag war Regen gemeldet, sodass wir einen Museumsbesuch geplant haben. Ziel war das „Air and Space Museum“ (ausnahmsweise mal ohne „National“) und was soll ich sagen, die Mondlandung war echt! Ja, ich bin sicher. Der Aufwand, mit dem hier die entsprechenden Raketen und Fahrzeuge ausgestellt sind, den macht man nicht, wenn es nur ein Fake war.

Beeindruckend: in eine Turbine der Apollorakete passt ein kompletter Starfighter. Eintritt war übrigens frei. Allerdings hätte man ruhig was nehmen können um die Alufolie am Eagle zu erneuern.

 

Esskultur

Hier also nun die traurige Wahrheit. Dass die Amerikaner keine Esskultur haben ist ja hinlänglich bekannt und eigentlich weiß das jeder. Es gibt den ganzen Tag nur Fastfood, früh geht’s zum Mac, mittags zu Kentucky Fried Chicken und abends zu Burger King. Alles ist fett, überzuckert und salzig.Unser Mittagessen gestern bestand aus Sandwiches und einem Salat. Fastfood. War ok, weil frisch gemacht und wir sind auch kein Risiko eingegangen, die Kette kannten wir schon aus London. Heute Mittag gab’s Panini (typisch amerikanisch eben), Fastfood, aber sehr lecker. Wenig Salz, kaum Fett.

Bitte was ist hier los?

Simone hatte für heute Abend einen Tisch im Restaurant des Grand Hyatt bestellt. Wenn das die schlechte Esskultur ist, dann bitte mehr davon. Einmal Jakobsmuscheln, einmal Huhn und ein Wagyu-Steak. Ihr könnt selber bestimmen, wer was hatte. Pommes (die sind hier wirklich obligatorisch, das einzige Vorurteil das stimmt – diese waren in Entenfett frittiert) und Bulgur mit Ziegenmilch, Nüssen und einem wahnsinnig tollen Geschmack. Kracher! Der Nachttisch war nicht weniger schlecht.

Wer also beim nächsten Dőner oder der nächsten Currywurst wieder mal bemerkt, dass die Amis keine Esskultur haben, dem sei ein Besuch in Washington empfohlen.

Achja, Besuchsprogramm gab’s auch noch. Wie waren in der National Cathedral (10$ Eintritt! Wir waren aber solange dorthin unterwegs, dass wir nicht wieder unvermittelt zurück wollen) und National Cementry in Arlington, dem nationalen Soldatenfriedhof. In beiden Fällen gelernt: klein und ohne „National“ können sie hier nicht. Bisher habe ich aber noch keine „National French Fries“ gesehen. 

 

Geschichte satt

Heute war Geschichtstag. Wir sind „The Mall“ abgelaufen, eine Art Boulevard von einem wichtigen Gebäude zum nächsten. Begonnen haben wir am Capitol, das leider eingerüstet ist und ein wenig an den Berliner Flughafen erinnert. Ich glaube aber, dass sie hier schneller fertig sind. Dann geht es immer geradeaus, verlaufen kann man sich nicht, denn das Washington Monument ist immer zu sehen.  Rechts und links gibt es dann Museen (haufenweise! Indianer, Presse, Luft und Raumfahrt, Technik, Naturwissenschaft… Übrigens alles umsonst!), Regierungsgebäude, Kunsthallen und Memorials, also Denkmäler. Davon auch einen Haufen, eigentlich zwei. Hier wird an alles gedacht: Holocaust, 2. Weltkrieg, Korea, Vietnam, Roosevelt, Martin Luther (der aus dem 20. Jahrhundert) und am Ende dann noch Lincoln. Ein Memorial für die Leiden der Ureinwohner sucht man aber vergeblich, da sind Australier und Niederländer weiter.Alles wirkt sehr beeindruckend und zum Teil auch überdimensioniert. Meine bange Frage nun: wenn Lincoln als Retter der nationalen Einheit so ein Denkmal bekommen hat, was bekommt dann Helmut Kohl? Und: Müssen wir das im Unterricht dann besuchen? 

 

Warten

Das Leben besteht in vielen Momenten einfach nur aus warten. Warten auf die Geburt, auf einen Kindergartenplatz, auf dem richtigen Partner und dann auf den Ehemann, wenn er „gleich“ sagt. Das weibliche „sofort“ hat übrigens die gleiche Qualität.Wir haben heute auch gewartet. In Frankfurt zwei Stunden auf den Abflug, dann acht Stunden drauf, dass der Flieger landet, eine Stunde auf die Einreise und eine halbe auf die Zollkontrolle. Dann auf die Metro und dann… waren wir da.

  Washington ist kleiner als München und in unserem Stadtteil auch recht putzig, fast ein wenig wie Neuseeland, allerdings viel wuseliger. Das Wetter soll in den nächsten Tagen schon werden, ihr dürft also mit hübschen Photos rechnen. Ansonsten ist doch vieles wie zu Hause. Am Flughafen gibt es 30 Schalter, von denen aber nur drei besetzt sind und das vielgepriesene Serviceland bietet (wie Zuhause) auch schlechten Service: der Termin für unser NBA Spiel ist auf Samstag verschoben (da sind wir in New York), eine Rücknahme der Karten ist nicht möglich. Jetzt werden wir die Karten online verkaufen. Ob’s klappt? Warten wir mal ab.