Das zumpad Onlinedienst ist einer meiner liebsten Dienste im Internet und kommt in meinem Unterricht recht häufig zum Einsatz. Mehrere Schüler können gleichzeitig an einem Dokument arbeiten. Das klingt wie google docs und doch hat das Pad einen entscheidenden Vorteil: Es funktioniert ohne google.

Als Lehrer (oder Schüler) ruft man das Pad im Netz auf der Startseite auf (http://zumpad.zum.de) und legt dort per Mausklick ein neues Pad an. Das neue Fenster sieht aus wie eine abgespeckte Wordversion.

In der oberen Leiste gibt es die Möglichkeit der Auszeichnung, rechts sieht man alle Mitarbeiter, wenn sie sich per Namen anmelden, dann weiß man auch, wer wer ist. Oben rechts kann man unterschiedliche Versionen des Dokuments speichern und nachvollziehen, wer was am Dokument geändert hat. Sollte jemand versehentlich etwas gelöscht haben, kann man es hier wieder herstellen. Rechts unten gibt es eine einfache Chatfunktion. Das Pad ist von „außen“ nur über die Webadresse erreichbar, jedes Pad hat eine andere Adresse. Da die Adressen im Prinzip wie ein sicheres Passwort aufgebaut sind, findet man sie nicht so einfach. Das gibt im Bereich Datenschutz eine gewisse Sicherheit, hundertprozentig ist sie aber nicht. Das ist auch der Grund, warum ich im Verlauf des letzten Jahres vom „piratepad“ aufs „zumpad“ umgestiegen bin. Ich vertraue der Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet (ZUM) mehr als der Piratenpartei. Wenn man keine persönliche Daten einstellen will, können die Schüler ja Nicknames verwenden, allerdings sollte man als Lehrer dann schon wissen, wer wer ist.

Das funktioniert alles recht ordentlich, bisher habe ich mit bis zu 10 Personen gleichzeitig auf ein Pad zugegriffen. Hinter dem Angebot steckt übrigens die Technologie von Etherpad, das leider von google geschluckt und anschließend eingestampft worden ist.

Anwendungsmöglichkeiten

Ich setze die Pads immer dann ein, wenn die Schüler zusammenarbeiten sollen: Stoffsammlung für eine Erörterung, Erstellung einer Gliederung, gemeinsames Protokollieren usw. Auch in meiner Unterrichtsorganisation setze ich die Pads ein. Die Schüler wählen zum Beispiel einen Termin für ihr Referat oder reichen Themenvorschläge ein. Das alles kann man auch mündlich im Unterricht machen, mit dem Pad geht es aber viel schneller und kostet keine Unterrichtszeit und ich muss mir keine Notizen machen.

Positiv

Das zumpad ist wirklich selbsterklärend. Wer als Lehrer damit arbeiten will, kann mit einer sehr kurzen Einarbeitungszeit rechnen. Das gilt auch für die Schüler, sie kommen erfahrungsgemäß schnell damit klar. Ein klein wenig Etikette muss man mit den Schülern aber schon absprechen. Wenn ich das Werkzeug in den Unterricht einführe, kommt es immer wieder vor, dass Schüler die Einträge der Mitschüler löschen, weil diese zum Beispiel ein Buch vorstellen wollen, dass sie selbst vorstellen möchten. Sobald aber klar ist, dass die Löschung nachvollziehbar ist, löst sich das Problem fast von selbst.

Besonders wichtig ist mir, dass die Schüler keinen Account bei irgendeinem Anbieter brauchen. Google Docs kann schon mehr, dafür müssten sich die Schüler aber anmelden und genau das will ich nicht.

Nachteile

Auch wenn keine Anmeldung notwendig ist, bin ich nicht Herr meiner Daten. Die liegen bei ZUM im Internet und ich muss dem Anbieter schon ein gewisses Vertrauen entgegenbringen. Ich weiß, dass man Etherpad bzw. etherpad lite selbst auf einem Server installieren kann. Maik Riecken gibt in seinem Weblog zwar eine Anleitung, allerdings reichen meine Kenntnisse dafür nicht aus.