Am vergangenen Wochenende durfte ich einmal mehr als Gesprächsleiter am Hauptausschuss des Bezirksjugendrings Unterfranken teilnehmen. Neben der Einsicht in ein beeindruckendes Arbeitspensum nehme ich vor allem Gedanken von Lambert Zumbrägel, dem Medienfachberater des Bezirksjugendrings mit. Er beschäftigte sich zwar mit dem Thema „Ersetzt das Internet die Jugendgruppe – oder womit sich Jugendverbände dringend beschäftigen müssten“, aber das Thema war so breit angelegt, dass auch Schule von seinen Überlegungen profitieren kann.

  • wenn man „Jugendliche da abholen soll, wo sie stehen“, dann muss man feststellen, dass sie vor allem sitzen – und zwar vor dem PC. Fast die Hälfte aller Schüler sind mittlerweile bei SchülerVZ registriert. (Anmerkung: diese Zahlen bestätigt auch die ARD-ZDF-Online-Studie: die 14-19-Jährigen verbrinden mit 120 Minuten täglich mittlerweile mehr Zeit im Internet als mit dem Fernsehen)
  • das virtuelle Leben ist mittlerweile ein reales Leben mit sozialem Lernen, Beziehungspflege und Identitätsbildung

Vor allem der letzte Punkt wird in der Schule immer wieder übersehen. Die Beschäftigung der Schüler im Netz wird von vielen Lehrern eher belächelt oder abgelehnt. Das Internet an sich ist sowieso nur mit größter Sorge zu betrachten. Letztlich verstellt uns der Blick auf das Medium das eigentliche Ziel unserer Arbeit: die Beschäftigung mit den Schülern, die heute eben einfach ein anderes Lebensumfeld haben als wir. Solange wir aber mit einer „Früher war alles besser“-Mentalität an die Sache herangehen, werden wir die Jugendlichen immer weniger verstehen.