Mittlerweile habe ich viele meiner Aufgaben und Arbeitsweisen ins Netz verlagert. Hier ein Überblick.

Delicious

Bookmarks sammle ich seit vielen Jahren mit delicious. Das Taggen der Seiten kommt mir mehr entgegen als alles fein ordentlich sortiert in Ordner abzulegen. Wenn ich mit meinen eigenen Geräten unterwegs bin, dann verwende ich zum Abspeichern delibar. Das hat auch den Vorteil, dass ich die Nutzer, denen ich auf delicious folge, mitlesen kann. Allerdings habe ich es noch nicht geschafft, dass sich delibar auf beiden Rechnern synchronisiert. Das Webinterface von delicious verwende ich fast nie. So ist mir die Überarbeitung, die yahoo als neuer Besitzer gemacht hat, gar nicht aufgefallen. Ehrlich, ich war einigermaßen schockiert, das ganze sieht jetzt aus wie alle anderen Netzwerke: bunt, Bildchen, viel tralala. Dann musste ich feststellen, das eine meiner Lieblingsfunktionen nicht mehr unterstützt wurde: die Anzeige, wieviele anderen User den Link ebenfalls getaggt haben. Das hat zu einem (sehr) kurzem Umzug zu diigo geführt, dort bin ich aber mit dem Interface gar nicht zurecht gekommen. Der Account ruht, mal sehen, ob ich ihn reaktiviere. Mittlerweile läuft die „share“-Funktion bei delicious auch wieder. Wen es interessiert, meine Links finden sich hier.

Dropbox

Die Dropbox nutze ich nur im schulischen Umfeld. Dort tausche ich Dateien mit Kollegen (deren Zahl sich aber in deutlichen Grenzen hält) und Schülern. Alle Schüler meiner Laptopklassen haben einen Zugang und wenigstens in der 9. Klasse wird mein geteilter Ordner auch für andere Fächer verwendet. Der Austausch über das Web ist notwendig geworden, weil ich die Hardware im Klassenzimmer nicht immer im Griff habe (ein NAS) und die Priorität erst einmal darauf liegt, dass wir arbeiten können. Leider verhindert unser Schulfilter den vollen Zugriff über den Exlorer (in meinem Fall „Finder“), so dass wir uns immer auf der Seite anmelden müssen. Mit dem Workflow bin ich aber sehr zufrieden.

iDisk (bald iCloud)

Zum Synchronisieren von Terminen, Kontakten, Aufgaben (Omnifocus) und Mails dient mir noch die iDisk von Apple. Noch, weil der Dienst eingestellt wird und bereits durch die iCloud ersetzt wurde. Damit habe ich aber so meine Probleme. Nicht, weil das alles nicht funktioniert. Im Gegenteil, es funktioniert sehr gut und ich bin froh, dass ich die Synchronisationsorgien, die Windows verursachte, nicht mehr aushalten muss. Mein Problem ist, dass die iCloud als Betriebssystem Lion voraussetzt. Ich habe auf meinem Laptop Lion installiert und bin nicht wirklich zufrieden. Der Rechner ist deutlich langsamer geworden und ich sehen auch keinen echten „Mehrwert“. Nun befürchte ich, dass mein Tischrechner auch langsamer wird und ich bin nicht sicher, ob ich das will. Hier bin ich zum ersten Mal mit der Produktpolitik von Apple nicht einverstanden. (Eigentlich hatte ich gehofft, dass es irgendeinen Hack gibt, aber bisher ist Pustekuchen)

 google reader

Den Reader nutze ich täglich, allerdings nicht über das Webinterface, sondern mit Reeder bzw. mit feeddler. RSS-Feeds sind für mich die Informationsquelle, Newsletter lese ich kaum noch (eigentlich nur einen, den aber mit Freude: Informatikserver.at). Wie ich meine Feeds organisiere, das habe ich hier bereits beschrieben. Daran hat sich nichts geändert, nur die Art der Archivierung wird sich ändern. Früher habe ich alle interessanten Links sofort bei delicious getaggt, irgendwann wurde mir das zuviel und ich habe mich nur noch einmal in der Woche aufraffen können, Ordnung zu schaffen. Mittlerweile werden interessante Artikel nur noch markiert, die Suche läuft über Reeder.

Zukünftig könnte favs meine zentrale Anwendung werden. Favs liest Daten von vielen Netzwerken aus, die ich verwende: google reader, readability, youtube… Leider funktioniert die Anbindung von delicious noch nicht und: favs funktioniert nur mit Lion.

piratepad

Das piratepad ist  in meinem Unterricht öfter in Gebrauch. Mehrere Schüler können gleichzeitig an einem Dokument arbeiten, ohne Anmeldung, der Link reicht. Das funktioniert recht ordentlich, allerdings dürfen nicht mehr als 15 Personen zugreifen, weil das System sonst zusammenbricht. Dahinter steckt die Technologie von Etherpad, das leider von google geschluckt und anschließend eingestampft worden ist. Ich weiß, dass man Etherpad bzw. etherpad lite selbst auf einem Server installieren kann, allerdings reichen meine Kenntnisse dafür nicht aus.

Planiteasy

Planiteasy kommt immer dann zum Einsatz, wenn Termine abgesprochen werden müssen. Termine vorschlagen, Link per Mail versenden, die Teilnehmer tragen ihren Wunschtermin ein und … fertig. Deutlich einfacher als ein Rundmail. Die Anwendung setze ich meistens bei Kollegen ein, mit Schülern ist die Terminabsprache einfacher.

Zeitungen

Zeitungen und Zeitschriften lese ich fast nur noch im Netz. SZ und Zeit haben wirklich gute Apps für das iPad im Programm, die Preise für die Ausgaben finde ich auch angemessen. Was ich nicht verstehen kann sind Angebote, die teurer als die Printausgabe sind. Und ich warte immer noch auf Geo und vor allem Geo Epoche.

Das könnte was werden

Interessante Anwendungen gibt es viele. Zwei drei werde ich in naher Zukunft einmal testen und sehen, ob sie für mich (und meinen Unterricht) funktionieren.

Da wäre einmal „wunderkit„, so eine Art facebook ohne facebook. Man kann Dokumente anlegen, ein Netzwerk aufbauen, gemeinsam eine Tasklist führen. Ich denke, das kann man in der Schule produktiv nutzen.

Eine andere interessante Anwendung könnte „doo“ sein. Hier handelt es sich um eine digitale Dokumentenablage. Läuft noch in einer Testversion, einen Zugang sollte ich bald bekommen.

Immer noch auf meiner Liste steht evernote. Ich habe einen Zugang, nutze ihn aber nur sporadisch, so ein echter „Mehrwert“ hat sich noch nicht erwiesen.

Das hätte was werden können

Google waves wäre ein Dienst gewesen, den man prima in der Schule hätte einsetzen können. Schade, dass google auch das eingestellt hat. Man kann die notwendige Software zwar auch auf einem eigenen Server betreiben, aber dazu fehlt mir das Fachwissen.

Die Liste ist doch recht lang geworden. Für den Einsatz im Unterricht ist immer zu beachten, dass die Dienste praktikabel sind und auch keine datenschutzrechtlichen Bedenken bestehen. Aber eigentlich gilt das auch für die Dienste, die ich privat nutze. In diesem Zusammenhang fällt mir wieder der Vortrag von Kurt Söser auf der digilearn ein, der facebook in seinem Matheunterricht einsetzt. Bin noch gespalten.

Als Anwendung fehlt hier eigentlich Moodle. Das ist aber ein eigenes Kapitel.